Kaum zu glauben, aber unser S-Wurf ist tatsächlich schon wieder zehn Tage alt. Zehn Tage voller kleiner Wunder, zarter Entwicklungsschritte und unzähliger Augenblicke, in denen wir einfach nur staunend vor unserer Welpenbox sitzen.

Inzwischen wird dort nicht mehr nur geschlafen und getrunken. Es wird fleißig gerobbt, gewackelt und sogar schon versucht, auf den kleinen Beinchen zu laufen. Unsere frühreifen Mäuse sind voller Tatendrang und zeigen uns jeden Tag ein bisschen mehr von sich.

Auch die ersten Punkte beginnen langsam, durch das weiche Langhaar hindurchzuschimmern. Bei Langhaar-Dalmatinern dauert es etwas länger als bei Kurzhaar-Dalmatinern, bis die Tupfen deutlich zu erkennen sind. Und auf Fotos lassen sie sich erst recht nur schwer einfangen. Aber genau das macht diese Zeit so spannend: Jeden Tag kommt ein kleines Pünktchen mehr zum Vorschein.

Nicht mehr lange, dann werden sich die ersten Augen öffnen. Und wir wissen ganz genau: Sobald die kleinen Knöpfe sehen und kurze Zeit später auch hören können, ist es mit der himmlischen Ruhe in der Welpenbox langsam vorbei. Dann beginnt die Welt, plötzlich riesengroß und unglaublich aufregend zu werden.

Doch die Prägung unserer Dalmatinerwelpen beginnt nicht erst dann. Bereits jetzt sammeln sie behutsam ihre ersten Erfahrungen. Auch wenn ihre Augen und Gehörgänge noch geschlossen sind, können die Welpen bereits riechen, Berührungen wahrnehmen und unterschiedliche Temperaturen spüren.

Deshalb bekommt jedes kleine Hundekind täglich eine winzige, altersgerechte Portion „Welt“ geschenkt: sanfte Berührungen, verschiedene Gerüche, vorsichtige Lageveränderungen und liebevollen Körperkontakt. Ganz langsam, niemals überfordernd und immer nur für wenige Augenblicke.

Diese kleinen Reize unterstützen das noch junge Nervensystem dabei, neue Verbindungen aufzubauen. Vereinfacht gesagt: Das Gehirn lernt schon jetzt, unterschiedliche Eindrücke zu verarbeiten. Dabei geht es keinesfalls um möglichst viel oder möglichst früh. Entscheidend sind kurze, positive Impulse und anschließend wieder ganz viel Ruhe, Wärme, Muttermilch und Geborgenheit.

Denn in diesem Alter besteht die wichtigste Aufgabe unserer Langhaar-Dalmatiner-Welpen weiterhin darin, zu trinken, zu schlafen und zu wachsen. Prägung bedeutet für uns nicht, die Entwicklung zu beschleunigen. Sie bedeutet, jedes kleine Leben achtsam zu begleiten und genau das anzubieten, was in diesem Moment guttut.

Noch genießen wir das leise Schmatzen, die zufriedenen kleinen Geräusche und die friedlichen Stunden in der Welpenbox. Aber wir wissen: Schon bald schauen uns die ersten neugierigen Knopfaugen entgegen – und dann beginnt das nächste große Abenteuer.

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