Wenn mich heute jemand fragt, worauf meine Zucht aufgebaut ist, dann lautet die Antwort ganz klar: auf Motte.

Sie ist die Vollschwester von Freddy und wurde zwei Jahre nach ihm geboren. Mit ihr begann meine Reise als Züchterin – und wenn ich heute auf all die Jahre zurückblicke, kann ich nur sagen: Motte war mein größtes Geschenk. Mein Sechser im Lotto.

Damals wusste ich längst nicht das, was ich heute weiß. Und das ist auch völlig normal. Jeder Züchter beginnt irgendwann bei null. Man liest, lernt, sammelt Erfahrungen, hinterfragt Entscheidungen und entwickelt sich mit jeder Generation weiter. Heute verfüge ich über ein Wissen, von dem ich damals nur träumen konnte.

Doch eines hatte ich von Anfang an: Motte.

Erst heute wird mir bewusst, wie viel Glück ich mit dieser außergewöhnlichen Hündin hatte. Sie hat den Grundstein für meine Zucht gelegt und mir etwas geschenkt, das man sich nicht einfach erarbeiten oder kaufen kann – eine wertvolle, ehrliche Linie mit einem wundervollen Wesen.

Heute leben drei ihrer Töchter, zwei Enkelin und eine Urenkelin in meiner Zucht. Wenn ich sie anschaue, sehe ich so vieles von Motte wieder. Ihre Ruhe. Ihre Klarheit. Ihre Ausgeglichenheit. Dieses besondere Wesen, das Menschen einfach berührt.

Auch gesundheitlich hat sie mir ein großes Geschenk gemacht. Taubheit ist in ihrer Linie kein Thema und ihre Nachkommen entwickeln sich gesund und stabil. Es ist eine Linie, auf die ich mich seit Jahren verlassen kann – und das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.

Was mich aber wahrscheinlich am meisten bewegt, ist etwas anderes.

Aus Motte selbst sind 13 Therapiehunde hervorgegangen.

Jedes Mal, wenn ich daran denke, bekomme ich Gänsehaut. Denn Therapiehunde brauchen weit mehr als Schönheit. Sie brauchen ein starkes Nervenkostüm, Vertrauen, Geduld und ein großes Herz. Natürlich gehören Ausbildung und die Arbeit der Familien dazu. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass Motte ihren Nachkommen genau diese wertvollen Eigenschaften mit auf den Weg gegeben hat.

Wenn ich heute Bilder und Nachrichten meiner Welpenfamilien bekomme, sehe ich genau das bestätigt. Ich sehe Familienhunde, die ihre Menschen jeden Tag bereichern. Hunde, die Kinder liebevoll begleiten, Trost spenden, Abenteuer erleben und einfach ein fester Teil der Familie geworden sind.

Und genau dafür schlägt mein Herz.

Nicht für Pokale oder Titel. Sondern für Hunde, die das Leben ihrer Menschen schöner machen.

Liebe Motte, ohne dich gäbe es COF in dieser Form nicht. Du hast den Grundstein gelegt für etwas, das heute über mehrere Generationen gewachsen ist. Dafür werde ich dir immer dankbar sein.

Manche Hunde begleiten uns nur einen Teil unseres Lebens.

Doch manche verändern unser ganzes Leben – und genau so eine Hündin war und ist Motte für mich. ❤️