2026 wird ein Jahr der bewussten Veränderung. Ein Jahr, in dem wir innehalten, reflektieren und einen Schritt weitergehen.
Gesundheit war, ist und bleibt das Fundament unserer Zucht. Ohne sie ist alles nichts. Doch ein gesunder Körper allein macht noch keinen Hund, mit dem man ein Leben teilen möchte. Deshalb richten wir unseren Blick nun noch intensiver auf etwas, das mindestens genauso wichtig ist: den Charakter.
Denn was wünschen wir uns wirklich, wenn ein Hund bei uns einzieht?
Wir wünschen uns kein Tier – wir wünschen uns ein Familienmitglied. Einen Begleiter fürs Leben. Einen Freund.
Wir erwarten unglaublich viel von unseren Hunden.
Sie sollen liebevoll mit unseren Kindern umgehen, geduldig sein, ruhig bleiben, selbst dann, wenn es laut, wild oder chaotisch wird. Sie sollen nicht anspringen, nicht grob sein, nicht überfordert reagieren.
Sie sollen sozial sein – mit Artgenossen genauso wie mit Menschen. Hundebegegnungen sollen entspannt ablaufen, Spaziergänge Freude machen und kein täglicher Stressfaktor sein.
Wir möchten unsere Hunde überallhin mitnehmen: ins Café, ins Restaurant, zu Freunden, in den Urlaub. Und dort sollen sie sich ruhig ablegen, entspannen, vielleicht sogar schlafen. Während wir unseren Kaffee trinken, unser Eis genießen oder in Ruhe essen.
Ohne Bettelei.
Ohne ständiges Aufstehen.
Ohne Bellen.
Wenn man es so liest, klingt es fast selbstverständlich.
Und doch ist es eine enorme Erwartungshaltung.
Die ehrliche Frage lautet daher:
Ist das fair?
Und noch wichtiger: Was sind wir Menschen bereit, dafür zu geben?
Solch ein Hund fällt nicht vom Himmel.
Dieses Verhalten ist kein Zufall und schon gar keine Selbstverständlichkeit. Es ist das Ergebnis von Veranlagung, Prägung, Zeit, Geduld und Liebe – und von Zusammenarbeit.
Diese Arbeit beginnt beim Züchter.
Schon bei der Auswahl der Elterntiere wird der Grundstein gelegt. Wie ist ihr Wesen? Wie reagieren sie auf Stress, auf neue Situationen, auf Artgenossen, auf Menschen? Wo liegen ihre Stärken, wo ihre Schwächen? Und welche Erfahrungen haben wir mit ihnen gemacht?
Ein Hund, der bei jeder Begegnung außer sich gerät, der kaum ansprechbar ist und alles attackiert, was ihm vor die Pfoten kommt, kann kein guter Grundstein für ausgeglichene Nachkommen sein.
Genauso wenig wie eine Hündin, die überwiegend aus Angst, Unsicherheit und Misstrauen besteht.
Denn ja – ein Teil des Wesens wird weitergegeben.
Ganz besonders prägend ist dabei die Mutterhündin. Sie lebt ihren Welpen über 8 bis 12 Wochen vor, wie diese Welt funktioniert. Wie man mit Reizen umgeht. Wie sich Sicherheit anfühlt. Wie Ruhe aussieht.
Der Züchter trägt hier eine enorme Verantwortung.
Welpen einfach zur Welt kommen zu lassen, sie wochenlang in einer Box oder einem Stall zu halten und sie dann abzugeben – nach dem Motto „Augen zu und durch“ – darf und kann nicht der Anspruch sein.
Die Prägezeit, die größtenteils beim Züchter stattfindet, ist die wichtigste Phase im Leben eines Hundes.
In dieser Zeit wird der Grundstein gelegt für Vertrauen, Gelassenheit und Stabilität.
Oder anders gesagt: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nur sehr schwer – oder gar nicht.
Doch mit dem Auszug des Welpen endet diese Verantwortung nicht.
Jetzt sind die neuen Besitzer gefragt.
Ein Welpe wird nicht „einfach so“ erwachsen.
Er lernt nicht allein, nur weil man wartet. Und er versteht die Welt nicht, nur weil man es hofft.
Hundeschule oder Trainer, neue Umwelteindrücke, Alltag erleben, Menschen, Geräusche, Situationen – all das gehört dazu. Natürlich mit Maß und Gefühl, nicht überfordernd, nicht im Dauerstress. Aber eben bewusst.
Denn wie soll ein Welpe etwas lernen, wenn man ihm den Lernstoff vorenthält?
Man kann ihm kein Buch des Lebens hinlegen und sagen:
„Lies das, dann weißt du, wie man sich benimmt.“
Dieses Buch seid ihr.
Ihr seid Vorbild, Lehrer, Sicherheit und Orientierung.
Zeigt eurem Welpen euer Leben.
Mit Liebe.
Mit Freude.
Mit Ruhe.
Mit Geduld.
Lernt gemeinsam. Wächst zusammen. Werdet ein Team.
Aus all diesen Gedanken, Erfahrungen und Überzeugungen heraus habe ich beschlossen, künftig noch stärker den Fokus auf gelassene, entspannte und ausgeglichene Welpen zu legen.
Nicht, um den Weg für die zukünftigen Halter „zu leicht“ zu machen – sondern um eine stabile Basis zu schaffen, auf der man aufbauen kann.
Denn eines bleibt unverändert wahr:
Von nichts kommt nichts.
Aber von Liebe, Verantwortung und Engagement entsteht etwas Wunderschönes. 🐾🤍







