Keine Panik, es ist nur Wachstum!“ – Wie du deinem Welpen die richtige Bewegung schenkst

Welpe rennt im Wald

Wenn ein Welpe bei uns einzieht, ziehen zwei Dinge gleich mit ein:

  1. Ein kleiner Fellknäuel mit übergroßen Pfoten.
  2. Und ein Rucksack voller Fragen, Sorgen und „Ich will bloß nichts falsch machen!“-Gedanken.

Besonders beim Thema Bewegung kommt schnell Verunsicherung auf. Die einen sagen: „Um Himmels willen, Belastung schadet!“ Die anderen rufen: „Lass ihn einfach machen, der weiß schon, was er tut!“

Und du?

Du stehst zwischen beiden Fronten, guckst auf deinen tapsigen Mini-Hund und denkst:

„Tja… und jetzt?“

Die Antwort ist beruhigend einfach – und gleichzeitig ein bisschen spannend:

Wachstum ist ein Balanceakt zwischen Reiz und Schutz

Stell dir die Wachstumsfugen deines Welpen wie winzige Bauleiter vor.

Sie entscheiden, wie sich Gelenke ausrichten, stabilisieren und später Belastung abfedern. Damit diese Bauleiter ihre Arbeit richtig machen können, brauchen sie kontrollierte Kräfte. Also Reize, die angemessen, durchdacht und altersgerecht sind.

Ohne Reiz?

Dann reift das Gewebe weniger stabil aus.

Zu viel oder falscher Reiz?

Dann wird der Bauleiter nervös, wirft seinen Bauhelm in die Ecke – und das kann langfristig Probleme geben.

Die Wahrheit liegt also – wie so oft – gemütlich in der Mitte.

Warum Bewegung wichtig ist – und warum sie niemanden erschrecken muss

Viele Welpenbesitzer wissen inzwischen, wie bedeutsam frühe Bewegung für die Entwicklung ist. Und gleichzeitig höre ich immer wieder Sätze wie:

„Ich hab Angst, dass ich was falsch mache.“

„Ich will ihn nicht überlasten.“

Diese Sorge ist absolut verständlich!

Aber: Sie ist oft unnötig.

Denn Bewegung ist nicht gefährlich – unkontrollierte Bewegung ist es.

Und genau da können wir wunderbar unterstützen.

Welche Bewegungen super sind (und welche weniger)

Gut und wichtig:

  • ruhiges Gehen
  • kleine Steigungen
  • verschiedene Untergründe (Gras, Waldboden, Sand – kein Eisstadion!)
  • kurze koordinative Reize
  • kleine, entspannte Entdecker-Touren

Das sind Bewegungen, die deinem Welpen helfen, Muskeln aufzubauen, Koordination zu entwickeln und seinen Körper kennenzulernen. Alles voll entspannt und völlig unkritisch.

Problematisch wird es, wenn…

  • Richtungswechsel wie bei Mario Kart gefahren werden
  • Böden so glatt sind wie eine frisch polierte Bowlingbahn
  • Stürze passieren (zu viel Tempo, zu wenig Bremse)
  • das Spiel mit anderen Hunden aus „Haha lustig!“ in „Aua, zu wild!“ rutscht

Keine Panik: Ein einzelner Sturz ist kein Drama. Welpen sind robuster, als wir denken.

Aber: Sie sind eben noch nicht ausgereift – und brauchen deshalb GLEICHGEWICHT aus Reiz und Schutz.

Du musst das alles nicht allein machen

Ein Punkt, den viele vergessen:

Niemand muss seinen Welpen alleine durchs Wachstum begleiten.

Es gibt wunderbare Profis wie:

  • qualifizierte Hundephysiotherapeuten
  • Osteopathen
  • Hundetrainer mit biomechanischem Wissen

Diese Menschen haben sozusagen einen „Führerschein für Welpenbewegung“. Sie erkennen sehr früh, welche Reize sinnvoll sind, wann Anpassungen nötig werden und wie man Fehlbelastungen vermeidet.

Gerade wenn du unsicher bist – oder wenn dein Welpe schon kleine Besonderheiten zeigt (zum Beispiel schief sitzt, gerne mal „plumps“ statt „setzt“ oder sich komisch bewegt) – ist professionelle Unterstützung Gold wert.

Fazit: Du machst das großartig – vertrau dir und deinem Welpen

Dein Welpe braucht keine Angst, keine Überkontrolle und keine 1000 Regeln.

Er braucht dich. Deine Liebe, deine Aufmerksamkeit – und ein bisschen Grundwissen.

Bewegung ist wichtig. Kontrolle ist hilfreich. Überforderung ist unnötig.

Und Humor?

Der ist immer willkommen – denn mit einem Welpen im Haus kommt er sowieso frei Haus.

Atme tief durch.

Geh eine kleine Runde.

Lass ihn schnuppern, balancieren, kleine Abenteuer erleben.

So entsteht ein gesunder Bewegungsapparat – und eine wunderbare Bindung gleich dazu.